Pressemitteilung des ADFC-Gilching zur Eröffnung der Westumfahrung

Kein Grund zum Feiern

Eine Woche vor der feierlichen Einweihung der Gilchinger Westumfahrung lädt die Gemeinde am Samstag, 16.11.2019, Blader, Radfahrer und auch Fußgänger zu einem „Blade Day“ auf einem Teilabschnitt der Westumfahrung ein. Der ADFC kann freilich derzeit noch keinen Grund zum Feiern erkennen.

Seit dem Versprechen „Westumfahrung Jetzt“ im Juli 2015 warten die nicht motorisierten Verkehrsteilnehmer Gilchings auf die Vorstellung und öffentliche Diskussion der alles entscheidenden Maßnahmen, die aus der zum Stichtag 22.11.2019 dann „ehemaligen Durchgangsstraße“ zwischen Argelsried und Altdorf einen von allen geteilten Raum mit hoher Aufenthaltsqualität machen sollen. Abgesehen von der konkreten Planung von zwei oder drei neuen Ampeln liegt bisher nur eine Planungsvergabe für 400 Meter Römerstraße in der Ortsmitte vor, mit einem projektierten Baubeginn zum 1.7.2021 und fertigstellung am 30.6.2023. Bei einer prognostizierten verkehrlichen Entlastung in der Römerstraße von 20-25 % wird die Westumfahrung selbst bis dahin kaum ein Selbstläufer im Sinne der Radfahrer und Fußgänger werden, siehe dazu auch Links unten.

Der Bau der Westumfahrung brachte für die Radfahrer keine bisher absehbaren Vorteile aber einige ganz erhebliche Nachteile mit sich:

  1. Ein sichtbarer Vorteil für Radfahrer wäre es gewesen, wenn die Westumfahrung von vornherein mit begleitendem Radweg geplant worden wäre. Die frühere Weßlinger Straße, auf deren Trasse jetzt z.T. die Westumfahrung verläuft, war nämlich Teil überörtlicher Radwege aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck über das Altdorf Richtung Ammersee.
  2. Für die Berufspendler wurden die Fahrradrouten zu den Gewerbegebieten am Flughafen, die über St. Gilgen verliefen, sowie die Route aus Richtung Ammersee am Röchnerknoten gekappt.
  3. Die dafür angebotene Ersatzroute mit der eigens bei St. Gilgen gebauten Unterführung für Fußgänger, Radfahrer und Reiter führt, von der Weßlinger Straße kommend, zunächst in einen Schotter- und Pfützenweg. Dass bei einer 22 Millionen teuren Umgehungsstraße kein Geld bleibt für ca. 200 m Asphaltierung einer ohnehin schon umwegigen Ersatzroute, muss als Zeichen der Geringschätzung des Radverkehrs gewertet werden.
  4. An keiner der vielen Baustellen mit Ausnahme der am Röchnerknoten gab es für Radfahrer irgendeine Ersatzwegweisung. Sie wurden gezwungen, entweder umzukehren oder sich ihren Weg irgendwie unter Missachtung von Barrieren und Verbotsschildern selbst zu suchen.

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