Stellungnahme zum integrierten Mobilitätskonzept

Gilching, 19.3.2026

Seit November 2025 verfügt Gilching über ein integriertes Mobilitätskonzept. Um dessen Ausrichtung zu verstehen, lohnt ein Blick auf die gestellten Ziele: Die Förderung von Rad- und Fußverkehr und Reduktion des motorisierten Individualverkehrs, insbesondere im Ortsinneren. Das Konzept empfiehlt konkrete Maßnahmen, um diese Ziele zu erreichen. Ein Beispiel: die Auflösung des Zweirichtungs-Radwegs an der Landsberger Straße zugunsten eines eigenen Radfahrstreifens auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Diese Maßnahme ist keineswegs neu – bereits das Radverkehrskonzept von 2009 sah sie vor, doch der damalige Gemeinderat lehnte sie ab. 15 Jahre später ist sie immer noch nicht umgesetzt und steht erneut auf der Maßnahmenliste

Die Umsetzung des Mobilitätskonzepts ist leider keineswegs gesichert. Besonders deutlich wird dies bei der geplanten Umgestaltung der Römerstraße: Das Konzept sieht hier wesentliche Verbesserungen für Aufenthaltsqualität und Sicherheit von "schwachen Verkehrsteilnehmenden" vor. Doch bereits seit der Vorstellung des Mobilitätskonzepts formiert sich Widerstand im Gemeinderat, der mit „sicheren Parkplätzen“ argumentiert. Dabei wird ignoriert, dass gerade auch viele Senior:innen in Gilching in der Tat täglich mit dem Rad unterwegs sind – und ein sicheres, attraktives Radwegenetz für alle Generationen überfällig ist.

Das Mobilitätskonzept ist vielleicht nicht perfekt, aber es basiert auf objektiver Datenerhebung und Umfragen und wurde von einem unabhängigen Planungsbüro erarbeitet. Fakt ist auch, dass Gilching kein besseres Konzept hat – und die Umsetzung der Maßnahmen ist seit Jahren überfällig ist. Der ADFC Gilching steht deshalb voll und ganz hinter dem integrierten Mobilitätskonzept. Denn eines ist klar: Ohne mutige Entscheidungen für den Radverkehr wird Gilching weder zukunftsfähig noch lebenswert für alle Bürger:innen sein.

Die Umsetzung erfordert nun politischen Willen. Wir fordern den neuen Gemeinderat daher auf, mit den zentralen, unumstrittenen Maßnahmen im Ortskern zu beginnen: etwa der (temporären) Einrichtung von Radfahrstreifen der Römerstraße, der Einführung einer Fahrradstraße in der Orionstraße und der Verbesserung für Fahrradfahrende bei den S-Bahn-Unterführungen. Der Radverkehr darf nicht länger warten – er ist die Grundlage für eine moderne, klimafreundliche und sozial gerechte Mobilität in Gilching.


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