Verkehrskonzept

Das Gesamt-Mobilitätskonzept für Gauting wurde etwa 2016 begonnen, weil diverse weg-geklagte Tempo-30-Schilder nur mittels eines solchen Konzeptes wieder aufgestellt werden können.

Das Büro SVK Dr. Kaulen wurde beauftragt. In einigen Diskussionsrunden mit einer Vielzahl Beteiligter (GR, MVV, Taxi, Polizei, Senioren, ADFC, etc.) wurden die Zwischenstände diskutiert und verfeinert. Es gab auch zwei öffentliche Vorstellungen im bosco. Es entstanden Netzpläne für: Kfz, Rad, Fußgänger. Im UEV 12/2019 erfolgte die Präsentation des Quasi-Endzustandes. Letzte "Feinheiten" wie Tempo-30 für diverse größere Straßen wurden im Ausschuss diskutiert und festgelegt.

Das Konzept beinhaltet nun:

  1. Netzpläne
    1. Auto: Dies ist die vorhandene asphaltierte Infrastruktur. Wobei jeder Straße noch eine Geschwindigkeit zugewiesen wurde.
      • Wohngebiete haben T-30,
      • Staatstr. und Kreisstr. (Ammerseestr., Münchner Str., Planegger Str., Münchner Berg, Bahnhofstr. zu. Hauptplatz und Kriegerdenkmal, Hauser Str. (Königswiesen), Gautinger Str. (Stockdorf) ) haben Tempo-50.
      • Die restl. Straßen wurden diskutiert: Germeringer Str., Unterbrunner Str., Buchendorfer Str., Römerstr., Ortsdurchfahrten Ober/Unterbrunn und Buchendorf. Es wurden – teils richtig knapp! – viele der vor einigen Jahren entfernten Tempo-30-Schilder wieder beschlossen. Die Unterbrunner Str. ist aber leider rausgefallen.
    2. Fußgänger: Dieses Netz ist die vorhandene Infrastruktur. Daran wird sich wohl auch so bald nichts ändern. Zusätzliche Querungshilfen oder Zebrastreifen sind nicht enthalten – so detailliert ist das Konzept nicht.
    3. Radfahrer. In diesem Netz war während der Bearbeitung viel Bewegung drin – nicht zuletzt auf Grund der drei langen Stellungnahmen des ADFC. Es soll Alltags- und Freizeitverkehr abdecken. Ergebnis: dieser Netzplan enthält viele blaue Linien als Alltagsstrecken, die echt Zukunftsmusik sind. Wenn das alles die Gemeinde ertüchtigen will, dann hat sie sich echt was vorgenommen. Z.B. von Asklepios durch den Wald nach Süden.
      Der Ruf des ADFC "erst die Rad-Infrastruktur ertüchtigen, dann erst wieder Geld für Kfz.-Anlagen ausgeben (z.B. teure Parkplätze)" wird wohl ungehört bleiben.
  2. Die Zielvorstellungen, Visionen etc., die der GR in Klausuren abgestimmt hatte und die in den bisherigen Konzept-Entwürfen enthalten waren, wurden leider herausgenommen. (Es waren so erfreuliche Ziele: Steigerung der Aufenthaltsqualität, gerechte Flächenverteilung, sicheres Radfahren, Sicheres Queren für Fußgänger, Reduktion des Kfz-Verkehrs, Veränderung des Modal Split, etc.) Begründung im UEV: abgestimmt seinerzeit ja, aber eben nicht beschlossen. So geschehen unerfreuliche Dinge ganz am Rande. Ohne solche Ziele ist der zukünftige Interpretationsspielraum hoch ...
  3. Dr. Kaulen regt an, bei den Straßen das Prinzip "Einheit von Bau und Betrieb" anzuwenden. Dies bedeutet: Verschmälerung der Straßen beim Abbiegen von großer Straße in eine Wohnstraße. Durch so geschaffene Tor-Situationen merken Autofahrer: oh, ich bin wohl jetzt in einem anderen Bereich. Herrsching hat hier schon Schritte vorgemacht. Die Baumkübel dort wirken positiv – und die anfangs heftigen Diskussionen sind ruhiger geworden.
  4. Schutzstreifen Bahnhofstr. aufwärts, zw. Hauptplatz und Kriegerdenkmal: Dies ist ein Knackpunkt. Der ADFC hat die unbedingte Notwendigkeit immer wieder betont. Nun gibt es (nach langer Wartezeit) eine Prinzip-Skizze des Staatlichen Bauamt Weilheim. Feinplanung + Realisierungs-Beschluss stehen noch aus. Der Wegfall einiger Parkplätze wird sicher noch für ausreichende Diskussionen sorgen ...
  5. Was fehlt im Konzept: Details, Fokus Schulwege für Radler, Querungshilfen bzw. Zebrastreifen, Pläne zur Umsetzung der Rad-Pläne.

Fazit:

  • Verbesserungen für den Radverkehr bleiben Zukunftsmusik.
  • Das Anbringen der Tempo-30-Beschilderungen für Autos wird erst mit dem endgültigen Beschluss des Konzeptes erfolgen.

© ADFC Starnberg 2020


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