ADFC-Fahrradklima-Test 2020

Starnberg bleibt Schlusslicht im Landkreis

Die Ergebnisse des ADFC-Fahrradklima-Tests zeigen deutlich, dass sich in den letzten beiden Jahren leider wenig für den Radverkehr getan hat. Tutzing ist mit der Note 3,87 zur besten bewerteten Gemeinde aufgestiegen, Feldafing wurde mit 3,98 erstmals bewertet, leicht verbessert hat sich Gauting (4,09) während Herrsching (4,16) und Gilching (4,21) und als Schlusslicht mit Abstand die Stadt Starnberg (4,41) auf dem Niveau von 2018 verharren.

ADFC-Fahrradklima-Test zeigt Probleme beim Radverkehr in der Stadt Starnberg und in den Landkreisgemeinden auf

87 Prozent der Radlerinnen und Radler finden die Radwege in den Gemeinden im Landkreis Starnberg zu schmal. Dies zeigen die Ergebnisse des Fahrradklima-Tests, die der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) letzte Woche vorgestellt hat. 78 Prozent der Befragten sind zudem der Meinung, dass sie auf den Radwegen und Radfahrstreifen Starnbergs nicht sicher fahren können. Dies deckt sich mit der im letzten Jahr stark angestiegenen Zahl der Unfälle mit Fahrradbeteiligung. 70 Prozent geben an, dass in jüngster Zeit kaum etwas für den Radverkehr getan wurde und 66 Prozent sagen, dass nicht fürs Radfahren geworben wird. Hinzu kommt, dass 70 Prozent das Radfahren in Starnberg stressig finden.

Sicherheitsgefühl Fehlanzeige

Beim Fahren im Mischverkehr mit PKW auf den Straßen fühlen sich 84 Prozent bedrängt und behindert. So bewerten 83 Prozent dann auch ihr subjektives Sicherheitsgefühl als mangelhaft. 73 Prozent der Befragten begegnen auf den Radwegen vielen Hindernissen und 82 Prozent bemängeln die fehlende Radwegeführung an Baustellen, die sie zum Absteigen und Schieben zwingen. Hier sind Starnberg und Gilching vor Gauting Spitzenreiter.      

Der ADFC weist laufend bei den zuständigen Behörden auf Mängel im Radverkehrsnetz hin

Anton Maier, Kreisvorsitzender: Schon vor einem Jahr habe ich beim Landkreis vergeblich um eine Kampagne für den Sicherheitsabstand beim Überholen von Fahrrädern geworben. Laufend meldet der ADFC fehlerhafte Baustellenbeschilderungen wie in Stockdorf, Gauting und Gilching. Der seltene Erfolg ist in Tutzing eingetreten, wo an der Baustelle des Kreisverkehrs vom Staatlichen Bauamt Weilheim die Radverkehrsführung vollständig beschildert wurde.

Bedeutung des Radverkehrs während Corona gestiegen

90 Prozent der Befragten geben an, dass es in der Corona-Zeit in Starnberg keine handfesten Signale für mehr Fahrradfreundlichkeit gegeben hat. Gleichzeitig hat die Bedeutung des Fahrrades nach Meinung von 79 Prozent der Befragten während der Pandemie zugenommen.

Hintergrund

Der ADFC-Fahrradklima-Test ist die größte Umfrage zur Zufriedenheit der Radfahrenden weltweit. Er wird vom Fahrradclub ADFC alle zwei Jahre mit Unterstützung des Bundesverkehrsministeriums durchgeführt und fand 2020 zum neunten Mal statt und umfasst 27 Fragen. Bei der aktuellen Befragung wurden außerdem 5 Zusatzfragen zur Fahrrad-Situation während der Covid-19-Pandemie gestellt. Zwischen September und November 2020 konnten Radfahrerinnen und Radfahrer ihre Meinung zum Fahrradklima in ihrer Gemeinde abgeben. 2020 bewerteten knapp 500 Menschen das Fahrradklima im Landkreis Starnberg, deutschlandweit waren es rund 230.000.

Die Ergebnisse für die Stadt Starnberg zeigen Aufholbedarf: 78 Prozent haben häufig Konflikte mit Autofahrer*innen und 63 Prozent solche mit Fußgänger*innen.

Mit einer Gesamtbewertung der Radverkehrssituation von 4,41 belegt Starnberg deutschlandweit Platz 382 und Gauting 291 von 415 in der Kategorie 20.000-50.000 Einwohner*innen. Gilching liegt auf Platz 347, Herrsching auf 334, Feldafing auf 257 und Tutzing auf 215 von 418 bei den Gemeinden unter 20.000 Einwohnern.

Bundes- und bayernweit bleibt das Fahrradklima weiterhin unbefriedigend und wird von den Befragten im Durchschnitt mit 3,9 bewertet. In Bayern sind 167 Städte und Gemeinden in die Wertung gekommen, deutlich mehr als im Jahr 2018 (86).

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