Befragung der Landrats-Kandidat*innen zur Kommunal-Wahl 2026

Der ADFC Starnberg hat anläßlich der Kommunalwahl 2026 vier Landrats-Kandidat*innen einige Fragen zum Radverkehr im Landkreis gesandt. Wir wollten die Gelegenheit nutzen um zu erfahren, welche Vorstellungen die Bewerber haben und wie eine Weichenstellung zur Radl-Zukunft in unserem Landkreis aussehen könnte.

Fragen ergingen an:

  • Benjamin Barho (Bündnis 90 / Die Grünen)
  • Markus Deschler (FDP)
  • Michaela Eisenschmid (FW)
  • Stefan Frey (CSU)

Von allen 4 Kandidaten bekamen wir eine Rückmeldung. Wir möchten uns vielmals bedanken, dass sie sich die Zeit genommen haben. Wir stellen die Antworten gerne auf unsere ADFC-Homepage.


Frage 1:
Sind sie im Landkreis oder sonst mit dem Fahrrad unterwegs ? Und wenn ja, wie oft/zu welchem Anlaß ?


Benjamin Barho (Bündnis 90 / Die Grünen):

Ja, ich bin im Landkreis Starnberg regelmäßig mit dem Fahrrad unterwegs. Ich nutze das Rad sowohl im Alltag – für Wege zu Terminen, zu Gesprächen vor Ort oder zum Einkaufen – als auch privat in der Freizeit. Gerade auf kürzeren Strecken ist das Fahrrad für mich ein selbstverständliches Verkehrsmittel, nicht zuletzt, um eigene Erfahrungen mit der vorhandenen Infrastruktur zu sammeln, Lebenshaltungskosten zu reduzieren, die Umwelt zu schonen und meinen CO2-Fußabdruck zu schmälern. Mal ganz abgesehen von der gesundheitlichen Prävention durch Bewegung generell.

Markus Deschler (FDP):

Das Fahrrad nutze ich am Liebesten zur Erledigung kleinerer Besorgungen oder Erledigungen bei mir am Ort in Gauting. Da kommt man mittlerweile in der Tat auch schneller voran als mit dem Auto. Landkreisweit bin ich in meiner Freizeit leidenschaftlich gerne zu Fuß beim Wandern unterwegs. Das brauche ich zur „Entschleunigung“.

 Michaela Eisenschmid (FW)

Ja, früher waren mein Mann und ich leidenschaftliche Rennradler und sind im Landkreis viel herumgekommen. Seit wir Eltern geworden sind, sind wir eher auf das E-Bike umgestiegen, um mit dem Kinderanhänger den Radius der Ausfahrten wieder etwas zu erhöhen. Mittlerweile fährt unsere Tochter schon selber super mit dem Rad und wir sind in der Freizeit gerne auf dem Fahrrad unterwegs. Beruflich führen mich meine Wege zu den Beratungsterminen bei den Handwerksbetrieben quer durch die Landkreise Starnberg, Fürstenfeldbruck und Dachau und daher kann ich das Rad beruflich kaum nutzen.

Stefan Frey (CSU):   

Sehr oft, zu verschiedenen Gelegenheiten. Fahrten in die Arbeit und zu Terminen. Privat im ganzen Landkreis unterwegs.
 

Frage 2:
Der Landkreis hat 2017 ein Alltags-Radrouten-Netz und zugehörige Maßnahmen beschlossen.
Die weitere Umsetzung geht nur sehr schleppend voran.
Werden Sie sich als Landrat für eine Beschleunigung der Realisierung einsetzen ?

 
Benjamin Barho (Bündnis 90 / Die Grünen):

Ja, eindeutig. Der Beschluss von 2017 verpflichtet. Als Landrat würde ich die Umsetzung zur Chefsache machen: mit klaren Prioritäten, verbindlichen Zeitplänen und einer besseren Abstimmung zwischen Landkreis, Gemeinden und dem Freistaat. Langsame Umsetzung ist kein Naturgesetz – sie ist meist eine Frage von Priorisierung und Organisation.

Markus Deschler (FDP)

Natürlich hängt die Umsetzung eines solchen Gesamtprojekts auch immer von verfügbaren Haushaltsmitteln, Flächenverfügbarkeit bzw. Grunderwerb und der Koordination mit anderen beteiligten Trägern öffentlicher Belange ab. Nach 18 Jahren im Gemeinderat weiß ich mittlerweile wie viel Zeit die Realisierung von Projekten oft in Anspruch nimmt. Alles auf einmal kann also nicht gelingen. Ich würde mich daher für eine Priorisierung aussprechen und jene Maßnahmen mit der höchsten Dringlichkeit sowie den geringsten Raumwiderständen bevorzugt angehen.

Michaela Eisenschmid (FW):

Radwege sind wichtige Infrastruktureinrichtungen: Sie erhöhen die Verkehrssicherheit und schaffen Anreize, auf das Fahrrad umzusteigen. Der Landkreis ist jedoch nur dort unmittelbar zuständig, wo Radwege entlang von Kreisstraßen verlaufen.
 
Ein wesentliches Hemmnis bei der Umsetzung sind häufig langwierige Grunderwerbsverhandlungen. Hinzu kommt die begrenzte finanzielle Leistungsfähigkeit des Landkreises.
 
Ich werde mich dafür einsetzen, vorhandene Projekte weiter voranzubringen und insbesondere staatliche Förderprogramme konsequent zu nutzen – denn ohne eine verlässliche und auskömmliche Förderung lassen sich zusätzliche Radwege nicht beschleunigt realisieren.

 Stefan Frey (CSU):   

Ein Blick in unsere laufend aktualisierte Radlkarte zeigt, dass Radfahrerinnen und Radfahrern ein umfassenden Radwegenetz zur Verfügung steht.
 Mit Routen sowohl für Pendlerinnen und Pendler als auch für den touristischen Bereich. Die Radwege werden sehr gut angenommen.
 Die Radlkarte wird daher laufend neu aufgelegt. Ebenso werden neue Routen geplant und umgesetzt. Zuletzt etwa der Ammersee-Radrundweg inklusive Beschilderung vor Ort.
 Wenn bestimmte Radrouten bislang noch nicht umgesetzt werden konnten (etwa Unering-Hochstadt oder an der Starnberger Westumfahrung),
 dann liegt das insbesondere an den äußerst zeitintensiven und schwierigen Grunderwerbsverhandlungen mit zahlreichen Grundstückseigentümern und an naturschutzrechtlichen Auflagen.
 Schritt für Schritt werden dennoch auch Lücken geschlossen. 2027 etwa ist Baubeginn für den Lückenschluss zwischen Andechs und Herrsching.
 Grunderwerb und naturfachliche Vorplanungen konnten endlich abgeschlossen werden.
 Insofern werde ich mich selbstverständlich auch weiterhin für einen beschleunigten Ausbau passender Routen einsetzen.
 Dazu kommt die umfassende und aktualisierte Hinweisbeschilderung für alle Radwegerouten im gesamten Landkreis sowie die derzeitige Digitalisierung des gesamten Radwegenetzes
 inklusive digitalen Hinweismeldungen z.B. bei Baustellen oder Gefahrenstellen.
 Über den digitalen Schadensmelder mit GPS-Ortung und der neuesten Ausstattung mit QR-Codes an allen Radwegeschildern im Landkreis werden laufend Meldungen entgegen genommen,
 geprüft und diesen abgeholfen. Unsere Aktivitäten in Bezug auf ein intaktes und funktionierendes Radewegenetz sind mir sehr wichtig.
 Derzeit wird ein langfristiges Qualitätsmanagement aufgebaut.
 Hierbei stehen wir auch im engen und regelmäßigen Austausch sowohl mit den Gemeinden als auch landkreisübergreifend,
 um bestmöglich die Rahmenbedingungen vor Ort prüfen und überörtliche Synergien schaffen zu können.
 Konstruktive Verbesserungsvorschläge werden stets aufgegriffen.


Frage 3:
Der Landkreis ist zertifiziertes Mitglied in der AGFK Bayern.
Als Bürger und Radler bekommt man davon wenig mit.
Welche (weiteren) Aktivitäten im Rahmen der AGFK-Mitgliedschaft des Landkreises planen Sie ?


Benjamin Barho (Bündnis 90 / Die Grünen):

Die Mitgliedschaft in der AGFK Bayern muss spürbar werden. Ich plane:

  •    regelmäßige öffentliche Berichte über AGFK-Projekte,
  •    stärkeren Austausch mit erfolgreichen AGFK-Landkreisen,
  •    sichtbare Pilotprojekte (z. B. sichere Schulradwege, Radschnellverbindungen),
  •    und eine bessere Einbindung der Bürgerschaft in Bewertungs- und Auditprozesse.

Markus Deschler (FDP):

Diese Mitgliedschaft war mir bis dato auch nicht bekannt. Insofern könnte hier in der Tat noch Potential zur Verbesserung der öffentlichen Wahrnehmung bestehen. Ich könnte mir vorstellen, dass eine Ausdehnung der Mitgliedschaft auf alle Landkreiskommunen Sinn machen würde, um eine Vernetzung der Aktivitäten von Kommunen und Landkreis zu erreichen. Bisher sind neben dem Landkreis selbst ja nur die Gemeinden Gilching und Weßling Mitglied.

 Michaela Eisenschmid (FW):

Die AGFK-Mitgliedschaft ist ein wichtiges Qualitätssiegel und Verpflichtung zugleich. Ich sehe hier Potenzial, die Aktivitäten sichtbarer zu machen und stärker mit konkreten Projekten zu verbinden.
 
Dazu gehören insbesondere fachlicher Austausch, Best-Practice-Beispiele aus anderen Landkreisen sowie die Unterstützung der Gemeinden durch Beratung, Koordination und Fachwissen aus dem Landratsamt – etwa über die Fachabteilung Radverkehr in Stab 3.2 Mobilitätsprojekte.

 Stefan Frey (CSU):   

Als Mitglied des AGFK bewirbt das Landratsamt  intensiv den Radverkehr, etwa über das jährliche Stadt- und Schulradeln, das Osterradeln,
 den durch die AGFK durchgeführten Reparaturtag, über den Aufbau von Reparaturstationen, die Messe free,
 die durch die AGFK geförderten Schulwegbanner und den Grundschulwettbewerb für einen nachhaltigen und sicheren Schulweg, über Aktionstage, Gewinnspiele,
 über Öffentlichkeitsbeteiligungen und Umfragen, die Neugestaltung und Digitalisierung der Radlkarte bis hin zum Aufbau und Förderung von Mobilitätsstationen,
 Beratung und Koordination bei Fahrradschutzstreifen, Fahrradstraßen etc. Um nur ein paar Aktionen und Maßnahmen im letzten Jahr zu benennen, die mir sehr wichtig sind.
 Der Landkreis hat mittlerweile ein starkes landkreisübergreifendes Netzwerk auch durch die AGFK aufgebaut und steht hierbei im engen Austausch mit zahlreichen Akteuren im Radverkehr,
 wodurch viele Maßnahmen, Leitfäden und innovative Ideen entstanden sind und sich aktuell in der Umsetzung befinden.
 Radverkehr hat viele Facetten und ein weites Spektrum an Fördermaßnahmen, um diesen langfristig zu stärken.
 Dies wertschätzen auch die vielen Bürgerinnen und Bürgern wie auch die Gemeinden, von denen wir zahlreiches positives Feedback erhalten.
 

Frage 4:
Wie sehen Sie die "Vision Zero", also den Plan, dass es keine Verkehrstoten sowie keine Schwerverletzten im Verkehr mehr geben soll.
Sehen Sie Chancen als Landrat, in dieser Richtung voranzukommen ?

 
Benjamin Barho (Bündnis 90 / Die Grünen):

Die Vision Zero ist für mich kein fernes Ideal, sondern ein politischer Maßstab. Als Landrat sehe ich klare Hebel: sichere Kreuzungen, Tempo-Reduktion an Unfallschwerpunkten, getrennte Radführungen und eine systematische Unfallauswertung. Jeder schwere Unfall ist einer zu viel – und oft vermeidbar.

Markus Deschler (FDP):

Diese Vision muss unser unumstößliches Ziel bleiben. Neben der Identifizierung und Entschärfung von Gefahrenstellen und intelligenter Verkehrsplanung durch die Behörden sehe ich es aber auch als gesamtgesellschaftliche Aufgabe an, um im Verkehr endlich wieder zu einem „Miteinander“ zu gelangen. Ich nehme hier leider eine zunehmende Aggressivität und Verrohung unter Verkehrsteilnehmern wahr. Auch das trägt letztendlich zur Verschlechterung der Sicherheit bei.

 Michaela Eisenschmid (FW):

Die Vision Zero ist ein richtiges und wichtiges Leitbild. Auch wenn sie ambitioniert ist, sollte sie Maßstab unseres Handelns sein.
 
Als Landrätin sehe ich Chancen vor allem dort, wo wir Zuständigkeiten haben oder koordinierend wirken können: durch sichere Führungen an Kreisstraßen, verbesserte Querungen, Temporeduzierungen und eine enge Zusammenarbeit mit der Unteren Straßenverkehrs- und Naturschutzbehörde. Jeder vermiedene schwere Unfall ist ein Erfolg.

 Stefan Frey (CSU):     

Die Zahl der Verkehrstoten zu senken ist selbstverständlich ein äußerst wichtiges Ziel.
 Auch auf kommunaler Ebene möchte ich mit allen uns zur Verfügung stehenden Maßnahmen
 (etwa Radschutzstreifen, Verkehrsbildungsmaßnahmen für Kinder, Jugendliche und Senioren, Verkehrssicherheitsaktionen rund um Schulen, Aktionstage,
 Banner zur Abstandseinhaltung, Gefahren- und Hinweisschilder etc.) dazu beitragen, diesem Ziel Schritt für Schritt näher zu kommen.

Frage 5:
In Nachbarlandkreisen entstehen immer wieder neue schöne Radwege.
Kann unser Landkreis dem nacheifern ?


Benjamin Barho (Bündnis 90 / Die Grünen):

Ja, unser Landkreis kann und muss nachziehen. Andere Landkreise zeigen, dass attraktive, sichere und landschaftlich hochwertige Radwege möglich sind. Entscheidend ist der politische Wille, ausreichend Planungskapazität und die konsequente Nutzung von Fördermitteln.

Markus Deschler (FDP):

Natürlich neigt man gerne dazu die Lage bei den Nachbarn als „besser“ wahrzunehmen. Das will ich jetzt aber nicht als Ausrede verstanden wissen. Es gibt bei uns im Landkreis freilich noch viel Verbesserungspotential für neue Radwege. Am Ende hängt dies aber immer von Flächenverfügbarkeit und Haushaltslage ab. Ich würde daher bevorzugt jene Strecken mit höchster Dringlichkeit und beherrschbarsten Widerständen angehen.

 Michaela Eisenschmid (FW):

Ja – unter vergleichbaren Rahmenbedingungen. Viele erfolgreiche Projekte in Nachbarlandkreisen waren nur durch umfangreiche Fördermittel möglich. Auch für unseren Landkreis gilt: Gute Radwege sind machbar, wenn Finanzierung, Flächenverfügbarkeit und Zuständigkeiten zusammenpassen. Ziel muss es sein, diese Voraussetzungen gezielt zu schaffen.

Stefan Frey (CSU):     

Antwort dazu siehe oben.
 

Frage 6:
Welche Verkehrsprojekte im Landkreis halten Sie für vordringlich ?

 
Benjamin Barho (Bündnis 90 / Die Grünen):

Vordringlich sind für mich:

  •   sichere Radverbindungen zwischen Gemeinden und S-Bahnhöfen,
  •   Lückenschlüsse im Radnetz,
  •   Entschärfung bekannter Gefahrenstellen,
  •   sowie Projekte, die Rad, ÖPNV und Fußverkehr sinnvoll verknüpfen.

Neue Straßen lösen selten Verkehrsprobleme – gute Alternativen schon.

Markus Deschler (FDP)

Die Verkehrssituation in der Stadt Starnberg halte ich für sehr belastend. Statt an einer immer teurer werdenden und städtebaulich deutlich aus der Zeit gefallenen Tunnellösung weiter festzuhalten, sollte die Verkehrssituation dort besser neu geplant und gedacht werden. Hierzu ist es erforderlich, die Möglichkeiten einer überirdischen Umfahrung weiter zu untersuchen bzw. zu stärken.

 Michaela Eisenschmid (FW):

Vordringlich sind Projekte, die die Verkehrssicherheit erhöhen, Engstellen entschärfen und den Umweltverbund stärken. Dazu zählen sichere Radverbindungen an Kreisstraßen, Knotenpunkte mit hohem Gefährdungspotenzial sowie Maßnahmen, die Rad-, Fuß- und öffentlichen Verkehr sinnvoll verknüpfen.

Stefan Frey (CSU):     

Antwort bezogen auf den Radverkehr siehe oben.


Frage 7:
Welche weiteren Maßnahmen nehmen Sie sich als Landrat vor, um die Radinfrastruktur im Landkreis zu stärken, um so den Radverkehr sicherer + komfortabel zu machen.

 
Benjamin Barho (Bündnis 90 / Die Grünen):

Als Landrat würde ich:

  •     eine zentrale Koordinierungsstelle für Radverkehr im Landratsamt schaffen,
  •     einheitliche Qualitätsstandards für Radwege durchsetzen,
  •     Abstellanlagen und Bike-&-Ride konsequent ausbauen,
  •     und Radverkehr bei allen Straßenbaumaßnahmen verbindlich mitdenken („Radverkehrs-Check").

Markus Deschler (FDP)

Ich sehe oft, dass es noch an zu vielen Stellen im öffentlichen Raum an Fahrradstellplätzen mangelt. Auch nehme ich oft wahr, dass Fahrradwege oder Schutzstreifen plötzlich im „Nirwana“ enden oder abrupt unterbrochen werden. Es sollte Ziel sein, hier eine höhere Kontinuität und Durchgängigkeit zu erreichen.

 Michaela Eisenschmid (FW):

  Neben dem Bau neuer Radwege sehe ich Potenzial in:

  •     besserer Koordination zwischen Landkreis und Gemeinden
  •     fachlicher Unterstützung durch das Landratsamt
  •     Nutzung und Bündelung von Förderprogrammen
  •     Verbsserung der Sicherheit an bestehenden Strecken
  •     Ergänzenden Maßnahmen wie Abstellanlagen oder Wegweisung

Viele Straßen – und damit auch Radwege – liegen in kommunaler Zuständigkeit. Hier kann der Landkreis vor allem unterstützend und beratend wirken.
 

Stefan Frey (CSU):    

Antwort siehe oben.
 

Frage 8:
Der Freistaat Bayern hat sich in der Initiative "RadlLand Bayern" vorgenommen,
den Modal-Split des Radverkehrsanteils am Gesamtverkehr auf 20% zu erhöhen.
Was kann der Landkreis STA zur Erreichung dieses Zieles beitragen ?

 
Benjamin Barho (Bündnis 90 / Die Grünen):

Die Initiative RadlLand Bayern setzt ein klares Ziel. Der Landkreis kann beitragen, indem er Alltagswege attraktiver macht: sichere Pendlerstrecken, bessere Anbindung an den ÖPNV, Kampagnen fürs Umsteigen und ein Radnetz, das auch für Kinder und ältere Menschen nutzbar ist. 20 % Modal-Split sind erreichbar – aber nur mit konsequenter Politik.

Markus Deschler (FDP):

Neben den bereits genannten infrastrukturellen Maßnahmen sollten wir das Fahrrad noch stärker als attraktives Verkehrsmittel im Bewusstsein großer Zielgruppen bewerben. Dazu könnten wir noch verstärkt Schulen, Vereine, öffentliche Verwaltung aber auch unsere regionale Wirtschaft einbinden. Großes Potential sehe ich noch bei der Verankerung von Konzepten des Betrieblichen Mobilitätsmanagements in unseren örtlichen Gewerbebetrieben.

Michaela Eisenschmid (FW):

Der Landkreis kann seinen Beitrag leisten, indem er sichere Radwege an Kreisstraßen schafft, Kommunen fachlich unterstützt und den Radverkehr als festen Bestandteil einer integrierten Mobilitätsstrategie versteht. Entscheidend ist jedoch, dass hierfür ausreichend staatliche Fördermittel zur Verfügung stehen, da die finanziellen Spielräume des Landkreises begrenzt sind.

Stefan Frey (CSU):     

Antwort siehe oben.
 

Frage 9:
Der AGFK-zertifizierte Landkreis und der ADFC streben beide die Radverkehrsförderung an.
Die Zusammenarbeit zwischen Landratsamt und ADFC ist derzeit leider sehr spärlich.
Werden Sie sich als Landrat für ein deutliches Einbeziehen des ADFC in die Rad-Mobilitäts-Aktivitäten des Landkreises einsetzen ?


Benjamin Barho (Bündnis 90 / Die Grünen):

Ja. Ich halte ein deutlich stärkeres Einbeziehen des ADFC für zwingend notwendig. Der ADFC verfügt über Fachwissen und Praxisnähe. Als Landrat würde ich einen regelmäßigen institutionellen Austausch etablieren – nicht nur projektbezogen, sondern strategisch.

Markus Deschler (FDP):

Die aktuelle Situation in Bezug auf die Zusammenarbeit kann ich nicht beurteilen. Mit dem ADFC haben wir jedoch Expertise und Engagement in Bezug auf das gemeinsame Ziel, den Radverkehr zu fördern, direkt vor Ort. Es wäre doch wirklich schade, wenn wir diesen Wissensschatz nicht nutzen.

Michaela Eisenschmid (FW):

Ja. Eine konstruktive Zusammenarbeit mit dem ADFC halte ich für sinnvoll und wünschenswert. Der ADFC bringt wertvolle Expertise und Perspektiven aus Sicht der Radfahrenden ein. Ich möchte diese Kompetenz künftig stärker einbinden – im Rahmen der gegebenen Zuständigkeiten und Ressourcen.

Stefan Frey (CSU):    

Die Zusammenarbeit und der Austausch mit dem ADFC wird bislang immer positiv wahrgenommen und fand in der Vergangenheit auch zu unterschiedlichen Themen statt.
Für konstruktive Gespräche bin ich jederzeit offen.
 

Frage 10:
Was wünschen Sie sich vom ADFC Kreisverband Starnberg ?


Benjamin Barho (Bündnis 90 / Die Grünen):

Ich wünsche mir einen weiterhin engagierten, konstruktiv-kritischen Partner: mit klaren Rückmeldungen aus der Praxis, fachlicher Expertise und der Bereitschaft, gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Gute Radpolitik gelingt am besten im Dialog – auch wenn es dabei manchmal unbequem wird.

Markus Deschler (FDP):

Eine gute Zusammenarbeit und Verständnis, wenn vielleicht das ein oder andere Projekt zur Förderung des Radverkehrs mal nicht gelingt oder (noch) nicht umsetzbar ist.

Michaela Eisenschmid (FW):

Ich wünsche mir einen weiterhin sachlichen, konstruktiven Dialog sowie Unterstützung bei der Identifikation von Fördermöglichkeiten – etwa durch Hinweise auf Programme, Kooperationen oder auch Sponsoren aus Wirtschaft und Gesellschaft. Gerade bei der Finanzierung neuer Projekte kann eine gemeinsame Suche nach Lösungen sehr hilfreich sein.

Stefan Frey (CSU):   

Konstruktive Gespräche und Beiträge zur laufenden Verbesserung unserer Radverkehrsinfrastruktur.
        
 

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